Luise Deiters, Expertin für Betriebliches Gesundheitsmanagement, Reto Föllmi, Professor am Schweizerischen Institut für Aussenwirtschaft und Angewandte Wirtschaftsforschung der Universität St. Gallen, und Tim Grotjahn, Real Estate Strategist, werden beim SVIT Real Estate Symposium vom 16. März 2022 in Zürich zusammen mit den Teilnehmenden die Zukunft neu denken. Melden Sie sich jetzt an! Zuvor schon stehen die Referentin und die Referenten im Interview Red und Antwort.

Rückblick ERFA Zürich

Stefan Nänni und Thomas Blumer von Grüngold, dem Planungsunternehmen für naturnahe Aussenräume im Siedlungsraum, diskutierten mit den Bewertungsexperten anlässlich des Erfahrungsaustausches die Frage nach dem Wert der Landschaftsarchitektur bei Immobilien.

Healthy Buildings

Das Bewusstsein für Gebäudequalität und Wohlbefinden von Gebäudenutzer/-innen hat spätestens seit der Pandemie stark zugenommen. Aerosolbelastungen, Sicherheit und nachhaltige Gesundheit sind nur einige Schlagwörter, welche immer wieder auftauchen. Der Mensch befindet sich am Tag bis zu 21 Stunden in Innenräumen von Gebäuden. Der Bedarf nach einem Wohlfühlklima erfährt eine immer grössere Priorität. Bastian Zarske Bueno stellte diverse Trends vor, wie Gebäudenutzungen optimiert werden könnten. «Healthy Buildings» sollen sich insbesondere durch intelligente Raumklimalösungen, Lichtqualität, Akustik und Innenraumkonzepte auszeichnen. Dabei werden alle Sinne des Menschen angesprochen, um eine ganzheitliche Optimierung zu ermöglichen. Im Rahmen der Präsentation wurde der Fokus insbesondere auf kommerziell genutzte Immobilien bezogen. Dabei können zum Beispiel künstliche Intelligenzsysteme in Gebäuden zum Einsatz kommen. Weiterhin ist ein Monitoring von Daten wichtig. Dies bedingt einen hohen Grad an Digitalisierung von Gebäudesystemen Eine Ausrichtung von Wohnimmobilien in diese Richtung fand zum Teil bereits in der Vergangenheit statt, wobei der Nutzer einer Wohnimmobilie mehr persönlichen Einfluss nehmen kann, während man in Bürogebäuden an das Konzept des Arbeitgebers gebunden ist.

Auswirkungen auf den Immobilienmarkt

Der Ansatz, Mitarbeitern oder Gebäudenutzern gesundheitsfördernde Arbeitsplätze zu Verfügung zu stellen, soll insbesondere die Produktivität der Nutzer/-innen steigern. Dies führe demnach zu einer höheren Effizienz und weniger Krankheitstagen der Mitarbeiter. Folglich entstünde eine Win-Win-Situation für Arbeitgeber sowie Arbeitnehmer. Bastian Zarske Bueno stellte in diesem Kontext das Sick-Building-Syndrom vor. Da gegenwärtig im Büroimmobilienmarkt ein gewisser Umschwung stattfindet hin zu hybriden Arbeitskonzepten und dem Arbeitsplatz als «Know-How-Hub» und Austauschplattform, gewinnt auch die Frage der «Healthy-Buildings» immer mehr an Gewichtung.

Aussicht und Diskussion

Im Anschluss an die Diskussion fand eine rege Diskussion statt. Dies betrafen einerseits die ökonomische Analyse sowie die technische Durchführbarkeit. Weiterhin wurden bestehende oder projektierte Gebäude hinsichtlich der «Healthy-Building»-Ausstattung besprochen. Bei der ökonomischen Analyse ging es im Kern um die Frage, wer die Inzidenz, sprich die Kosten für Massnahmen trägt. Der Eigentümer oder Bauherr kann auf der einen Seite die höheren Gestehungskosten in Kostenmieten übersetzen und damit auf den Mieter umwälzen. Der Endnutzer/Mitarbeiter wird steigende Anforderungen/Bedürfnisse haben und dies möglicherweise in einem flexiblen Arbeitsmarkt in seiner Arbeitgeberwahl berücksichtigen. Die Firmen könnten folglich darauf angewiesen sein, neben genannten flexiblen Arbeitsmodellen, auch gesundheitsfördernde Innenraumkonzepte anzubieten. Wobei die Firmen durch sehr wahrscheinlich höhere Produktivität davon ebenso profitieren würden. Auf der anderen Seite stellt sich aus Eigentümersicht in einem sehr angespannten Büromarkt die Frage nach Abgrenzung des eigenen Produktes. Firmen könnten darauf bestehen nur noch solche Gebäude mit «Healthy-Buildings»-Kriterien anzumieten, was Druck auf Eigentümer/Investoren sowie Entwickler ausübt.

Auf bautechnischer Seite wurde u.a. diskutiert, wie sich derartige Konzepte auch in Bestandsgebäuden umsetzen liessen.

Am Schluss stand die Gretchenfragen, inwiefern das Thema in einer Immobilienbewertung berücksichtigt werden kann. Die Teilnehmer kamen zu dem Schluss, dass in klassischen Ertragswertverfahren der Mietansatz noch am geeignetsten erscheint. Daneben könnte es durch eine steigende Nachfrage nach derartigen Gebäudeprodukten auch in der Diskontierung berücksichtigt werden. Ohne Marktevidenz ist ein derartiger Abschlag auf den Diskontsatz jedoch schwierig zu ermitteln. Es bleibt daher zu beobachten, ob sich die «Healthy-Buildings»-Thematik zu einem Randsujet entwickelt oder erhebliche Auswirkungen auf den Büromarkt haben wird.

Julian Slickers & Tobias Henneböle, YPRE-Organisator

Am diesjährigen Fachseminar der Bewertungsexperten-Kammer SVIT wurde das komplexe Thema des Baurechts von rechtlicher wie auch praktischer Seite beleuchtet. Über Baurechtsverträge und das Partnerschaftsmodell referierte Dr.  Christian Schuster von Immobilien Basel-Stadt. Einen Einblick in das Baurecht der Stadt Zürich gaben Andreas Gysi und Barbara Müller von den Wohnbaugenossenschaften Zürich. Als dritter Referent führte der Berner Bewertungsexperte
Daniel Lehman durch praktische Berechnungsbeispiele. An diesem kurzweiligen Nachmittag zeigte sich, dass selbst unter ausgewiesenen Experten noch ausgiebig diskutiert wird auf diesem Gebiet. Erfreulich war nebst der regen Teilnahme die  Gelegenheit, sich wieder einmal persönlich zu treffen. Wie in jedem Jahr wurde das Kurzseminar zweimal durchgeführt. Die über 60 Teilnehmenden haben viel Wissenswertes mitgenommen und freuen sich bereits auf das Fachseminar 2022.

Die ERFA-Ostschweiz, das Gefäss für Erfahrungsaustausch unter den Bewertern der Bewertungsexperten-Kammer SVIT in der Ostschweiz, wurde erstmals gemeinsam mit dem Schweizer Immmobilienschätzer-Verband SIV veranstaltet.

Der Anlass fand am Nachmittag vom 19. August 2020 im Hotel Walhalla in Zentrum von St. Gallen statt. Corona bedingt konnten 30 Plätze angeboten werden, die rasch ausgebucht waren. Das starke Interesse hat die beiden Organisatoren Ivo Hangartner (Vorstandsmitglied SVIT Bewerter) und Silvan Mohler (Präsident SIV) sehr gefreut.

Der Referent Michael Stefania von der Zili AG, welche seit 45 Jahren als Totalunternehmerin Wohnhäuser zu Pauschalpreisen anbietet, informierte über Kostentreiber bei der Erstellung von Einfamilienhäusern. Dank jahrelanger Erfahrung und ausgeklügelter Kostenanalyse überraschte Stefania die Teilnehmer mit prägnanten Aussagen zu Kostenkennwerten, auch im aktuellen schwierigen Umfeld. Die aufkommenden Diskussionen lieferten den Steilpass für die folgenden Gruppenarbeiten, bei denen die Landwerte mittels unterschiedlicher Hilfsmittel für ein Beispielobjekt berechnet wurden.

Die beiden Organisatoren sind sich einig: Weitere solche gemeinsamen ERFA-Veranstaltungen sollen folgen – nicht nur in St. Gallen.

Wir gratulieren unserem Präsidenten! Es freut uns sehr, dass Gunnar Gärtner MRICS in diesem Jahr zu den 100 führenden Köpfen der Immobilienwirtschaft zählt. Die Fachzeitschrift Immobilien Business kührt mit dem „Who is Who“ jedes Jahr die wichtigsten Persönlichkeiten der Immobilienbranche.

Gunnar Gärtner.
© Patric Spahni

Unerwartet früh ist Dr. David Hersberger am 3. Juli 2021 nach schwerer Krankheit entschlafen. Er galt als ausgewiesener Experte im Schätzungswesen und hat als Präsident der vormaligen Schätzungsexperten-Kammer SEK/SVIT die Bewertungsbranche wesentlich mitgeprägt.

Was bringt wohl die nahe Zukunft? Wir wissen es nicht!

Die drei Fachreferate anlässlich des Online-Seminars der Bewertungsexperten-Kammer SVIT warfen brisante Fragen rund um die Coronakrise im Zusammenhang mit Hospitality-Immobilien auf, die in der anschliessenden Diskussion diskutiert wurden.

Text von Stephan Wegelin

Derweil «Business Ecosystem» zu einem unternehmensstrategisch bedeutenden Modewort in der Finanzindustrie geworden ist, funktioniert der SVIT mit seinen fünf schweizweit agierenden Fachkammern schon länger als ein eigentliches Business Ecosystem. Die fünf Fachkammern des SVIT Schweiz – die Bewertungsexperten-Kammer, die Facility Management Kammer, die Fachkammer Stockwerkeigentum, die Kammer unabhängiger Bauherrenberater und die Schweizerische Maklerkammer – finden gemeinsam Antworten auf alle Herausforderungen von Eigentümern und Investoren, Projektentwicklern, Architekten und Planern, Nutzern, Betreibern und Immobiliendienstleistern. Die fünf Fachkammern des SVIT Schweiz garantieren in Ihren jeweiligen Fachbereichen die höchsten Qualitäts- und Leistungsstandards.

Die fünf Fachkammern sind die Spezialistengremien des SVIT, des Schweizerischen Verbandes der Immobilienwirtschaft. Sie decken mit spezifischen Expertisen das ganze Leistungsspektrum der Immobilienwirtschaft ab. Mit ihrem ausgewiesenen Know-how richten sich die Bewertungsexperten-Kammer, die Facility Management Kammer, die Fachkammer Stockwerkeigentum, die Kammer unabhängiger Bauherrenberater und die Schweizerische Maklerkammer gleichermassen an Immobilien-Eigentümer und -Käufer, an Investoren, Projektentwickler, Architekten und Planer, Nutzer, Betreiber und Immobiliendienstleister. Als Bewirtschafter, Vermarkter, Entwickler, Bewerter, Berater und Facility-Manager vermögen die Fachkammern des SVIT den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie zu begleiten. Sie verfügen über ein schweizweit ausgezeichnetes Renommee und garantieren in ihren jeweiligen Metiers die höchsten Qualitäts- und Leistungsstandards.

Darüber hinaus bieten die fünf Fachkammern den angeschlossenen Unternehmen in der Deutschschweiz, in der Romandie und im Tessin und interessierten Fachkreisen ein attraktives Netzwerk und optimale Plattformen für den Austausch von Wissen und die Diskussion aktueller Entwicklungen. So organisieren sie gemeinsam jährlich das Real Estate Symposium, das einen festen Platz im Terminkalender der Immobilienbranche einnimmt.